In der Klimatechnik ist die Überwachung von Luftströmen und Drücken in Leitungen und Räumen entscheidend, um Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen energieeffizient und wirtschaftlich betreiben zu können. Drucksensoren sind dabei ein zentrales Element für die Regelung.

Um die strengen gesetzlichen Auflagen zu erfüllen und die Energiekosten zu minimieren, werden heute immer kleinere Messbereiche sowie höhere Messempfindlichkeiten, Genauigkeiten und Langzeitstabilitäten der Sensoren gefordert. Austauschbarkeit ist eine Anforderung des Kundenservice. Zusätzlich müssen die Drucksensoren den besonderen Anforderungen in der Klimatechnik, wie z. B. staubbeladener Luft oder fettbelasteter Abluft entsprechen und sollten einfach und platzsparend als OEM-Systeme zu integrieren sein.

Unterteilung Klimaanwendungen:

  • Volumenstrommessung
  • Filterüberwachung
  • Leitungs- und Kanalüberwachung
  • Raumdruckkontrolle

 

Volumenstrommessung

Niederdruck-Differenzsensoren messen den Druckabfall über einem Strömungselement, z. B. einer Blende als Maß für den Volumendurchfluss. Der Sensor befindet sich in einem Nebenzweig (Bypass) zur Hauptströmungsleitung. In Volumenstromreglern für variablen Volumenstrom (VAV) dient der Druckmesswert zur Steuerung der Klappenstellung innerhalb eines geschlossenen Regelkreises und ermöglicht eine bedarfsabhängige Belüftung. Die Belüftung in Gebäuden ist für die Steuerung und Überwachung von entscheidender Bedeutung. Die Reduzierung der Luftströme in Gebäuden führt zu deutlich niedrigeren Betriebskosten. Diese ergeben sich aus der verringerten Ventilatorenleistung, aus dem geringeren Verbrauch für die Luftaufbereitung (Heizen/Kühlen/Entfeuchten/­Befeuchten) und führen zur längeren Lebensdauer der Anlagen. Ein variabler Luft-/Volumenstrom ist in heutigen Gebäuden unerlässlich. Er muss in Abhängigkeit von Luftqualität, Raumtemperatur, Raumfeuchte sowie unter Berücksichtigung der Verbraucher geregelt werden.

  • Differentielle Niederdrucksensoren im Bereich 2,5 mbar bis 100 mbar können verwendet werden, um den Luftstrom zu erfassen und die Klappenposition und damit das Volumen der Luftströmung zu steuer.

Filterüberwachung

Verschmutzte Luftfilter erhöhen den Druckverlust in Lüftungskanälen und Anlagen, wodurch mehr Ventilatorenleistung benötigt wird und die Energiekosten steigen. Eine elektronische Filterüberwachung mit integriertem Differenzdrucksensor misst den Druckabfall über dem Filter und löst rechtzeitig eine Meldung zum Filterwechsel aus. Empfindliche Drucksensoren tragen so entscheidend zum wirtschaftlichen Betrieb von Lüftungs- und Klimaanlagen bei. Mit Hilfe der Differenzdrucküberwachung können außerdem defekte wie auch gerissene Filter erkannt werden.

Leitungs- Kanaldrucküberwachung

Das Öffnen und Schließen von Belüftungsklappen zu einzelnen Räumen führt zu Druckänderungen in den Lüftungskanälen. Der Ventilator der Belüftungsanlage wird bedarfsabhängig so geregelt, dass ein konstanter Kanaldruck gewährleistet wird, um eine effiziente Belüftung und Klimatisierung zu erreichen. Ein Drucksensor überwacht den Kanaldruck und dient zur Regelung der Ventilatorenleistung. Er trägt so wesentlich zur Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Anlage bei.

  • Zur Leitungskanaldrucküberwachung können Differenzdrucksensoren im Druckbereich zwischen 2,5 mbar und 2 bar eingesetzt werden.

Raumdruckkontrolle

In klimatisierten Räumen soll die Zu- und Abluft so gesteuert werden, dass Druckdifferenzen zwischen einzelnen Zonen oder im Vergleich zur Umgebung minimiert werden.

In Reinräumen muss hingegen ein konstanter Überdruck sichergestellt werden, um das Eindringen von ungereinigter Luft zu verhindern. In Laborräumen und Krankenhäusern ist es ein konstanter Unterdruck, der die Ausbreitung von Keimen und gefährlichen Substanzen unterbindet. In allen Anwendungen überwachen hochgenaue Drucksensoren die sehr niedrigen Druckdifferenzen zwischen den Räumen und ermöglichen somit die notwendigen Sicherheitmassnahmen.

  • Für die Raumdruckkontrolle werden Differenzdrucksensoren für den Niederdruckbereich zwischen 2,5 mbar und 100 mbar